13. Oktober 2017 Kunststylist

Wand- und Bodenmalerei von Claudia Cremer-Robelski

Im Spannungsfeld zwischen Gefallen und Provokation

Claudia Cremer-Robelski zeigt nicht nur Wand- und Bodenmalerei, sondern auch Malereien, von Menschen, Tieren, Wesen, bekannt oder unbekannt in Acryl auf Leinwand.

Ihr vom Fotorealismus geprägtes Werk steht durchaus in der Folge der Malerei der amerikanischen Pioniere dieser Kunstrichtung jedoch mit einem zeitgenössischen Bezug, wobei sie einen ganz eigenen modernen, gegenständlichen Stil kultiviert. Cremer-Robelski verbindet Gegenständlich-Figürliches mit Abstrakten.

In einen zunächst sehr spontanen Malakt, werden Farbflächen, mit dem Pinsel vermalt, mit einem Schwamm verwischt, aber auch mal mit einem Spachtel aufgetragen oder mit einer Bürste aufgespritzt

Abstrakte Formen und verlaufende Farben bilden so den Hintergrund für die dann insgesamt aufwendig und mit Liebe zum Detail gemalten realistischen Szenen.

Ihre Malerei fußt auf der sezierenden Spannung eines Einzelbildes, herausgelöst wie ein Filmstill. Ihre fast alltäglich erscheinenden, aber oft auch spektakulär anmutenden Szenen sind von ergreifender Klarheit. Mit fotografischer Schärfe zeigen sie Ausschnitte einer scheinbaren Realität, die uns zuweilen vertraut erscheint, andererseits gleichermaßen verstört.

Dabei reflektiert sie mediale Bilder und eigene Fotografien. Schon allein das Repertoire von Abbildungen bekannter Filme und Darstellungen aus Magazinen scheint unerschöpflich für die Künstlerin. Die glatte Oberflächlichkeit dieser inflationär medialen Motive wird durch den Malprozess ihres ursprünglichen Bezuges beraubt und durch eine surreale Ebene bereichert.

In ihrer minuziösen, figürlichen Malerei in fahler und doch auch schriller Farbigkeit greift Cremer-Robelski immer wieder Themen unserer Zeit auf.

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Mit ausgeprägtem Sinn für Outsider und Verlierer der Gesellschaft hält sie ihren motivischen Bestand klein, und zeigt uns Menschen auch in schwierigen Lebenssituationen. So sind es unter ihrem Titel „Free_K-Show“ Magersucht, Komatrinken oder andere Exzesse, die in dieser Bildreihe immer wieder thematisiert werden. Ihre zeitgenössische Malerei ist radikal inhaltlich aufgeladen und damit auch bewusst polarisierend. Dennoch sind ihre Figuren weder Karikaturen noch Satire und ihre Bilder kein seltsames moralisches Portrait unserer Gesellschaft. Ihre Inszenierungen können als hochgradig sozial kodierte, kontrollierte Emotionen wahrgenommen werden. Die Künstlerin klagt aber nicht an, es ist für sie keine dringende Notwendigkeit Position zu beziehen oder mit erhobenen Finger zu belehren. Es ist vielmehr die kreative Auseinandersetzung mit dem Wesen des Menschen, seinen Facetten, Ängsten, Leiden und Bedrohungen. Auch der Titel „Free_K-Show“ als Wortspiel macht diese Intention deutlich.

Wand- und Bodenmalerei

Die Künstlerin sagt selbst: „Das Normale langweilt mich; es muss anders sein, unerwartet, oder es muss etwas fehlen…., ich möchte nachdenklich machen, provozieren, schockieren. Ich mag keine einfach nur netten Bilder, diesem Anspruch wird Cremer-Robelski gerecht.

In ihren neuesten Werken ist einerseits eine Abkehr von den Motiven des Negativen der heutigen Gesellschaft als auch ein Fortführen früherer Themenwelten erkennbar.

So greift sie Bildelemente auch aus vorherigen Arbeiten auf. Das Verschmelzen ihrer früheren Werkreihen in eine Neue und mehr surrealistische, scheint eine logische Entwicklung zu sein.

Auftragsarbeiten

CC-R trennt ihre Kunst ganz klar in zwei Sparten : Freie Malerei und Auftragsarbeiten.

In ihrer Auftragskunst, sei es Wand- oder Bodenmalerei, Portraitzeichnung oder Gemälde auf Leinwand malt sie ganz nach Kundenwunsch alles: illusionistisch (Trompe-lòeil) oder auch abstrakt.

CC-R sieht die Auftragskunst eher als Handwerk, wobei natürlich jedes Mal die künstlerische Intuition auf den vorgegebenen Auftrag Einfluss hat.

So tragen auch diese Auftragsarbeiten die Handschrift der Künstlerin.

 

Text: Burkhard Lohren

 

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